Landwirtschaftliche Direktvermarktung Familie Hahn
Landwirtschaftliche Direktvermarktung Familie Hahn

Presse

Artikel vom Oktober 2013:

Kinder ernten "dolle Knollen"

Junge Erntehelfer bei der Arbeit: die Kindergartenkinder und Schüler der Vorklasse packten beim Kartoffellesen kräftig an.

Bei Besuch auf Acker viel über Kartoffeln gelernt

Da war was los auf dem Kartoffelfeld. Die Familie Hahn und Nagel freute sich viele begeisterte Erntehelfer auf ihrem Kartoffelacker in Selters begrüßen zu dürfen. Sie bekam zuerst Besuch von den Schülern der Vorklasse der Grundschule Ortenberg. Später schauten dann auch die Kinder vom Kindergarten „Kinderplanet“ vorbei und sangen zur Begrüßung das „Bratkartoffellied“. Es wurde einiges über die Erdäpfel in Erfahrung gebracht. Alle lernten, wie und wo die Kartoffeln wachsen und dass es neben den gelben auch ungenießbare grüne und sogar Kartoffeln mit roter Schale gibt. Schließlich konnte fleißig gesammelt werden. Dabei wurde der ein oder andere Kartoffelkönig entdeckt. Schnell füllten sich die mitgebrachten Beutel und Taschen, sodass genügend Knollen zur Weiterverarbeitung in Schule und Kindergarten zusammenkamen. Zum Abschluss durften die Kinder sich die Erntemaschine aus der Nähe ansehen und ihre Kletterkünste beim Hinaufsteigen zeigen. Der gerade für die Kleineren anstrengende Fußmarsch zum Feld hatte sich also gelohnt. Jetzt dürfen die Kinder gespannt sein, was sie in den nächsten Tagen alles aus ihren dollen Knollen zaubern können.

Artikel vom September 2008:

"Viele wissen gar nicht mehr, wie eine gute Kartoffel schmeckt"

Tochter, Mutter, Großmutter - drei Generationen geballtes Kartoffelwissen: Tina Hahn, Hilde Mäser und Ute Hahn

Familie Hahn in Ortenberg-Selters: Kartoffelanbau seit fünf Generationen

 

In der heimischen Wetterau ist Ute Hahn mit ihrem landwirtschaftlichen Familienbetrieb eher eine Missionarin in Sachen des guten Kartoffelgeschmacks. Seit fünf Generationen werden auf dem Hof in Ortenberg-Selters angebaut und direkt vermarktet.

 

 

Gemeinsam mit ihrem Mann Helmut und Tochter Tina führt Ute Hahn den Betrieb in Ortenberg-Selters. Helmut Mäser, ihr Vater, begann vor vielen Jahren damit, die Kunden sogar bis nach Lauterbach im Vogelsberg mit Kartoffeln zu beliefern. Und so blickt die Direktvermarktung bei den Hahns auf eine lange Tradition zurück. Doch vor der Vermarktung steht der Anbau und der scheint einer wahren Wissenschaft zu gleichen, so fein ist das sensible Zusammenspiel von Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit. Kartoffeln gedeihen fast auf jedem Boden, was sie aber nicht mögen ist Staunässe. Auf sandigen Boden gesetzt wachsen sie schneller, dafür schmeckt die auf schwerem Boden gezogene Kartoffel besser. Gerade so als bringe das langsame Wachstum die Geschmacksstoffe erst zur vollen Entfaltung. Überhaupt ist Kartoffel nicht gleich Kartoffel und feste Sorten sind nicht immer fest. Sandige Böden bringen festere Kartoffeln hervor als feuchte und schwere Lehmböden.

Zum Hof von Ute Hahn gehören rund 30 Hektar, ein Drittel davon ist dem Kartoffelanbau vorbehalten. Viele Sorten werden angebaut, mehr als früher, denn die Verbraucher sind wählerisch geworden. Neun Sorten Frühkartoffeln, sieben Sorten Winterkartoffeln und zwei Sorten Salatkartoffeln. Sie heißen Anuschka, Milva, Anabelle oder Leyla. Nichts mehr von dem gewöhnlich anmutenden Erdapfel oder der Grundbirne, wie die Knollenfrucht, bei der sich die Experten bis heute streiten, ob sie zum Gemüse zählt, auch heißt. Wer freilich nach Sorten wie "Ackersegen" fragt sucht vergebens. Sie gehört zu den altbewährten Sorten, die inzwischen längst vom Markt verschwunden sind. Überhaupt Sorten: Hierzulande sind die Kartoffelsorten beim Bundessortenamt in Hannover registriert und unterliegen einem dreißigjährigen Sortenschutz. Das bedeutet, dass beim Anbau Lizenzgebühren an den Züchter fällig werden können. Etablierte Sorten müssen nach Ablauf des Sortenschutzes vom Markt genommen werden.

Anbau und Ernte

Im Februar werden die Pflanzkartoffeln zum Vorkeimen in Kisten gelegt. Ihnen bleibt weniger Zeit zum Reifen als den Winterkartoffeln, denn schon ab Ende Juni soll geerntet werden, und so wird mit bereits vorgekeimten Kartoffeln der zeitliche Nachteil ausgeglichen. Ab Mitte März kommen sie mit einem Reihenpflanzgerät auf den Acker. Hier ist Sorgfalt angesagt, denn die zarten Keime dürfen nicht abbrechen. Später wird mit einer Reihenfräse der Boden aufgehäufelt und die Pflänzchen bei Bedarf gegen Krautfäule und Käfer behandelt.

Wenn der Sommer wie in diesem Jahr so trocken war, sind die Kartoffeln zwar weniger anfällig für Pilzkrankheiten, der Ertrag ist aber auch geringer. Die Pflanzen entwickelten weniger Knollen, "die aber trotzdem groß wurden", sagt Tina Hahn. Ab Ende Juni bis in die Herbstmonate hinein wird geerntet, im September werden die Winterkartoffeln vom Feld geholt, sortiert und eingelagert. Im Oktober beginnt die Auslieferung.

Direktvermarktung

"Die großen Anbaubetriebe in der Pfalz oder in den neuen Bundesländern produzieren auf große Mengen und mit dem Preis, den sie erzielen könnten wir nicht überleben", sagt Ute Hahn. Dass der Kartoffelanbau sich rentiert, verdanken sie der Direktvermarktung, denn der zu erzielende Preis ist höher. "Dafür bieten wir aber auch Sorten an, die man im Supermarkt nicht bekommt", sagt Ute Hahn stolz mit Blick auf ihr breit gefächertes Angebot. Direktvermarktung rechnet sich, sie braucht aber auch einen langen Atem und eine lange Tradition, noch dazu, wenn man sich so spezialisiert wie die Hahns. "Wir beliefern Gaststätten, die großen Wert auf hohe Qualität legen, Metzgereien, die Kartoffelwurst herstellen, Partydienste für Gratins, Vereine für Kartoffelfeste." Schon bei der Ernte lässt Ute Hahn ihren geübten Blick über die großen und kleinen Knollen schweifen und weiß, welcher Kunde zu welcher Kartoffel greifen wird. "Wir kennen eben unsere Kunden und ihre Bedürfnisse", sagt sie mit Kennermiene.

Viele Kunden kaufen direkt ab Hof. Hier hat Tina Hahn im August 2007 den Hofladen übernommen. Gemüse, Obst, Honig, Marmelade, Hausmacher Wurst, Eier, Käse liegen in den Regalen und jede Menge Kartoffeln. Bei Bestellungen ab 25 Kilogramm wird auch ausgeliefert, aber Absatz und Nachfrage haben sich geändert. Ute Hahn macht eine einfache Rechnung auf: "Mit der Nähe zu Frankfurt werden die verkauften Portionen kleiner. Wir haben mehr Kunden, sind aber dafür länger unterwegs, weil die Mengen sinken." Beliefert werden auch ältere Kunden, die noch Keller mit optimalen Bedingungen haben, denn so richtig wohl fühlen sich Kartoffeln erst bei kühlen drei bis vier Grad über Null. Aber dieser Kundenkreis wird kleiner. Ute Hahn bedauert, dass viele nicht mehr wissen, wie eine gute Kartoffel schmeckt. "Die kennen doch nur Pommes oder Püree aus der Tüte", sagt sie und überlegt, eine Kartoffelverkostung auf ihrem Hof zu veranstalten. Als Missionarin des guten Geschmacks sozusagen.

Donnerstag, Freitag und Samstag sind Markttage, dann gibt es die Ortenberger Kartoffeln auch in Hanau-Steinheim, Büdingen, Gelnhausen-Lieblos, Bad Orb, und Lauterbach zu kaufen.

Artikel vom November 2000:

Tolle Knollen Kartoffelanbau ist immer noch Arbeitsintensiv

Bäuerin Ute Hahn muss viel Handarbeit verrichten - Winter- und Frühkartoffeln wollen sorgsam behandel sein

SELTERS. Rund 70 landwirtschaftliche Betriebe haben sich der Gemeinschaft Wetterauer Direktvermarkter angeschlossen.  In Hofläden und auf Bauernmärkten verkaufen sie ihre Produkte direkt und ohne Zwischenhändler an die Kundinnen und Kunden.


Einer der Direktvermarkterbetriebe ist der von Ute und Helmut Hahn in Ortenberg/Selters

Selbstbewußt sind sie, die Hahns. Die Hofeinfahrt wird von einem mächtigen Gockel aus Ton gesäumt. Der große Hof, unterhalb der Kirche gelegen, gehörte früher direkt zum Eigentum und Besitz der Kirche.

 

"Direktvermarktung hat Tradition bei uns", sagt Ute Hahn, die gemeinsam mit ihrem Mann Helmut schon in der 5. Generation den Familienbetrieb in Ortenberg-Selters führt. Ihre Eltern, Helmut und Hilde Mäser, waren es, die bereits vor vielen Jahren damit begonnen hatten, die Kunden direkt  zu beliefern. Dabei galt damals die Devise", daß der Anbau zu viel Arbeit mache und nichts  einbringe", erinnert sich der 70-Jährige Helmut Mäser.


Seine Kartoffeln waren beliebt und das nicht nur in Ortenberg: "Mein Vater lieferte sogar bis nach Lauterbach aus - immer die Bundesstraße 275 hoch." Heute haben sich die Verbrauchergewohnheiten geändert. Viele Kunden kaufen direkt ab Hof,  weil die wenigsten Keller den dicken Knollen optimale Lagerbedingungen bieten können, denn so richtig wohl fühlen sich Kartoffeln erst bei kühlen drei bis vier Grad über Null. Ute und Helmut Hahn haben ihren Betrieb deshalb umgestellt und die Lagerkapazität erweitert.

Zum Hof gehören rund 30 Hektar, von denen der größte Teil für Getreide und ein Drittel für Kartoffeln reserviert ist. Zehn Sorten werden angebaut  mehr als früher, denn der Ver - brauchergeschmack ist wählerischer geworden, verlangt für Pommesfrittes eine feste und für Püree eher eine weiche Grundbirne, wie die Knollenfrucht, bei der sich, die Experten bis heute streiten, ob sie zum Gemüse zählt, auch heißt. Viele altbewährte Sorten, wie "Ackersegen", sind inzwischen ganz vom Markt verschwunden.  Auf Hahns Kartoffelacker finden sich Sorten mit blumigen Namen: "Rosara" zum Beispiel, eine rote und feste Früh- Kartoffel, die nicht jeder hat oder "Secura", eine festkochende Winterkartoffel, die am Markt verkauft wird. Im Gegensatz zu ""Sandra", die "ruhig im Lager ist", wie Ute Hahn fach- männisch sagt, will heißen: "Sandra" keimt nicht so schnell und ist eher zum Lagern geeignet. Und was das Lagern angeht, verzichtet die Kartoffelbäuerin auf chemische Zusätze die das Keimen verhindern sollen.


Anbau und Ernte
10 Hektar, 100.000 Quadratmeter Anbaufläche, auf der nichts anderes wächst als Kartoffeln, bewirtschaften die Hahns - große Dimensionen. Es gab Zeiten, in denen die Knolle etwas Besonderes und nur in beschaulichen Botanischen Gärten oder als Arznei- mittelpflanze in Apothekergärten zu finden war.  Ihre Karriere als große Kulturpflanze, begann im 18. Jahrhundert, als nach dem Siebenjährigen Krieg durch Bevölkerungswachs- tum und eine rasche Folge von Hungersnöten ihre nahrhaften Qualitäten gefragt waren.


Heute ist die Kartoffel, die bei den Inkas bereits vor 4000 Jahren gegessen wurde, eines der sieben Grundnahrungsmittel weltweit. Im deutschsprachigen Raum wurden 1999 -
70 Kilogramm pro Kopf verspeist.


Grosse Anbaugebiete für "Solanum tuberosum", wie der Botaniker die Knolle nennt, gibt es in den Niederlanden, Italien, Zypern, Frankreich, der ehemaligen Sowjetunion, Polen und China.


Kartoffelanbau ist arbeitsintensiv, daran hat sich auch durch den Einsatz landwirtschaft- licher Maschinen nichts geändert. "Wir machen noch sehr viel mit den Händen" stöhnt Ute Hahn ein wenig. Im Februar werden die Saatkartoffeln zum Vorkeimen in Holzkisten gelegt. Ihnen bleibt weniger Zeit zum Reifen als den Winterkartoffeln denn schon ab Ende Juni soll geerntet werden, und so wird mit bereits vorgekeimten Kartoffeln der zeitliche Nachteil ausgeglichen. Ab Mitte März kommen sie mit einem Reihenpflanzgerät auf den Acker, aber vorsichtig, denn die zarten Keime dürfen nicht abbrechen. Später wird mit einer Reihenfräse der Boden aufgehäufelt und die Pflänzchen bei Bedarf gegen Krautfäule und Käferbefall behandelt.


Wenn der Sommer so naß war, wie in diesem Jahr, wird es schwierig mit der Ernte, zumal auf lehmigem Wetterauer Boden. " Obwohl Kartoffeln, die auf schwerem Boden wachsen, besser schmecken als die, die auf sandigem Boden gezogen wurden", erklärt Ute Hahn.


Überhaupt ist Kartoffel nicht gleich Kartoffel und feste Sorten sind nicht immer fest. Sandige Böden bringen festere Kartoffeln hervor als feuchte und schwere Lehmböden. Ab Ende Juni bis in die Herbstmonate hinein wird geerntet, im September werden die Winterkartoffeln vom Feld geholt, sortiert und eingelagert. Viele Kunden kaufen ab Hof und bei Bestellungen ab 25 Kilogramm liefern Ute und es Helmut Hahn auch aus.

Getreu der Familientradition bis nach Lauterbach.


Stimmt die Qualität nicht, werden die Erdfrüchte zurück genommen. Für einen Händler würde sie die Knollen nicht aus dem Boden zerren, sagt Hahn. Ein enormer Preisverfall habe eingesetzt. Die Bauern machten den Fehler, Massenprodukte auf den Großmarkt zu bringen. Das Liefern sei anstrengender als auf den Markt zu fahren, berichtet die Kartoffel- bäuerin.


Donnerstag (Hanau-Steinheim, Möbel Erbe), Freitag (Büdingen, Industriegebiet) und Samstag (Gelnhausen/Lieblos, Möbel Walter) sind Markttage, dann gibt es die Kartoffeln aus Selters dort zu kaufen.

Kontakt:

Helmut und Ute Hahn
Am Berg 1
63683 Ortenberg/Selters

Tel.: 06046 - 74 49
Fax: 06046 - 94 16 89
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